Anatol

Frauen, Weiber, Mädchen, Leiber
sind das einzige,
das mich wirklich interessiert
das mich auf dieser Welt immer wieder fasziniert

Goldene Lichtstrahlen umkränzen ein Gesicht
ein Schatten der Wimpern, dazu gebrochnes Licht
ich spür den Saft steigen,
und wenn auch noch Geigen
uns im Rhythmus dann treiben
Dann spür ich die Lust,
diese Lust auf die Lust,
Die Lust, die den Tod sucht
so unendlich wahr - und zugleich so verrucht -
diese Lust an der Lust

Ein lechzender Mund, der ein Spiel verlangt,
Ein wogender Bus(e)n, in dem ein Herzlein sich bangt
ich will sie besiegen,
ihre Hingabe kriegen,
und wenn sie dann seufzend vor mir liegen
Dann spür ich die Lust,
diese Lust auf die Lust,
Die Lust, die den Tod sucht
so unendlich wahr - und zugleich so verrucht -
diese Lust an der Lust

Eine Locke entflieht aus dem geordneten Haar
Ein Blick spricht von Liebe so tief und so wahr
Sie nehmen statt träumen
In schummrigen Räumen
Und wenn dann Trophäen meine Bettstatt säumen
Dann spür ich die Lust,
diese Lust an der Lust,
Die Lust, die den Tod sucht
so unendlich wahr - und zugleich so verrucht -
diese Lust an der Lust

Frauen, Weiber, Mädchen, Leiber
sind das einzige,
das mich wirklich interessiert
das mich auf dieser Welt immer wieder fasziniert -
Ich liebe sie -
und ein bißchen auch mich

7. 11. 1994
Sabina Naber
  zurück ...