Depression

Ich spür' es schon wieder
Ganz sacht in mir steigen
Es würgt und es preßt mich
Ich haß' diesen Reigen

Du sitzt mir im Nacken
Und frißt die Gedanken
Vernebelst den Blick mir
Ich beginne zu wanken

Eben ging es doch noch
Liebte ich dieses Leben

Zu spät
Depression

Du fesselst den Körper
Läßt mich nichts mehr machen
Du küßt mich so fordernd
Ich will nur erwachen

Eben lachte ich noch
Wollte jedem nur geben

Zu spät
Depression

Gott, wo ist mein Atem?
Gefühllos die Hände

Verschwimmen der Welten
Sie kommen, die Wände

Eben lebte ich noch
Spürte das Menschsein

Zu Spät

Depression


April 1997 und Mai 1998

Depression
(c) Beatrix Kramlovsky
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