2. Österreichisch-Ostfriesische Krimitreffen 29. Jänner bis 1. Februar 2009



Winter ist's in Wien und ich gehe auf Reisen ...


... allerdings nicht auf Schiurlaub oder Karibikreise, sondern ich fliege in den hohen Norden zum 2. Boßel-Treffen mit Krimifreunden. Das erste fand 2007 statt.


Über den Wolken sehe ich eine lang vermisste Freundin wieder - die Sonne.


Nicht mein Ziel, aber mein Zwischenziel - Hamburg - erreiche ich um 10 Uhr. Und nachdem meine liebe Freundin und Krimikollegin Susanne Schubarsky, die mit mir die österreichische Boßel-Ehre in Ostfriesland aufrecht hält und mit der ich gemeinsam weiterfahre, erst um 14 Uhr landet ...


... ist nicht nur Zeit für ein Brötchen mit Mett (ich bin süchtig danach, wenn ich im Norden bin) ...


... sondern auch für Sightseeing. Leider findet im Rathaus, entgegen der Ankündigung im Reiseführer, keine Führung statt.


Bei den Alsterarkarden ...


... Hamburger Impressionen.


Die Binnenalster friert.


Ich friere auch (-1 Grad fühlen sich in Hamburg wegen der Luftfeuchtigkeit mindestens wie -8 Grad an) und so stürme ich die Kunsthalle Hamburg ...


... um Degas, Munch, Nolde, Picasso & Co zu bestaunen.


Schließlich treffe ich auch noch meinen Freund Kurt Buschmann, der mich einst mit seinem Saxophon bei einer Lesung begleitet hat. Da stößt dann auch Susanne zu uns.


Dann starten Susanne und ich die zweieinhalbstündige Zugfahrt zu unserem eigentlichen Ziel ...


... es geht durch unendlich weite Ebenen (mit vielen Birken), die wir beide als sehr befreiend empfinden.


Für unseren Geschmack wird es erstaunlich schnell dunkel - aber wir sind ja schon sehr weit im Norden, es ist also kein Wunder.


Mittlerweile ist es schon 18 Uhr - und wir sind bereits tief im Friesenland. Eine lange Reise weg von der Hektik.


Am Bahnhof in Wilhelmshaven, unserem Ziel, erwarten uns unsere Gastgeberinnen Christiane Franke (2.v.r.) und Regine Kölpin (r.), die das Boßel-Treffen auch organisiert haben. Die Wiedersehensfreude ist groß.


Dann gibt es ein wunderbares Abendessen extra für uns Österreicherinnen (auf unseren Wunsch) mit viel Fisch (Matjes in allen Varianten, Kieler Sprotten, Muscheln, etc.) und dem intensiven Austausch von Neuigkeiten. Das hat dann bis in die Morgenstunden gedauert ...


Dementsprechend schauen wir dann beim Frühstück im "Haven Café" auch aus der Wäsche ...


... aber die Müdigkeit wird ignoriert, denn unsere Freundinnen machen mit uns Sightseeing. Erster Punkt ist Jever ...


... eine kuschelige, kleine Stadt mit Stier ...


... und Seemannskultur ...


... und natürlich allgegenwärtig dem Bier. Die Brauerei hat sogar einen eigenen Merchendising-Shop (im Bild).


Dort sehe ich endlich auch meine erste Windmühle - auf dieser Reise.


Die Straßen sind endlos in Friesland ...


... und die Strände sind es auch. Nach dieser Weite habe ich mich gesehnt.


Wir besuchen einen historischen Hafen, den Neuharlingersiel.


Aber es ist dermaßen eisig, dass wir uns ständig nach etwa zehn Minuten im Freien aufwärmen müssen - zuerst bei Kaffee ...


... und dann in einer Fischerei-Genossenschaft ...


... mit einem Krabbenbrötchen. Die Krabben heißen hier übrigens Granat und haben geschmacklich nichts mit unseren rosafarbenen Dingern gemein; das zweite, wonach ich im hohen Norden süchtig bin.


Strand ...


... bei ...


... Wilhelmshaven.


Dort wird aber auch ein neuer großer Container-Schiff-Hafen gebaut, der JadeWeserPort. Für diesen Zweck wird derzeit zwecks Landgewinnung für etwa 360 Hektar Sand aufgespült. Unvorstellbar und gigantisch - für eine Mitteleuropäerin wie mich.




So sieht es derzeit aus (oben) - und so wird es aussehen (unten).


Im JadeWeserPort-Informationszentrum begeistern uns aber auch so nette interaktive Spielchen wie der Test für die Seetauglichkeit :)))


Erschöpft gönnen wir uns ein Exzellentes und üppiges Abendessen bei einem tollen Griechen in Sande ...


... und wie sehr wir vier auf einer Wellenlänge schwimmen, erkennt man auch an unseren gleichen Handys :))


Am nächsten Tag geht es nach Neustadtgödens bei Sande, wo wir beim "Neustädter Stübchen" unsere Boßel-Kollegen treffen - zum
"2. Österreichisch-Ostfriesischen Krimitreffen mit Mörder-Boßeln".


Die evagelische Kirche von 1695 (und
damit die jüngste Kirche des Ortes) ist
nur ein Highlight ...


... im historischen Ortskern von
Neustadtgödens.


Verehrt und geliebt wird auch die Figur des Utroopers (Ausrufers), den es auch noch tatsächlich gibt (siehe nächstes Foto).


Den Start macht ein Pressefoto - mit dabei sind die KrimiautorInnen (a.o.) Birgid Böseler, Gitta Edelmann, Christiane Franke, Heike Gerdes (Verlegerin Leda-Verlag), Peter Gerdes, Sigrid Hunold-Reime, Syndikat-Sprecher Jürgen Kehrer, Regine Kölpin, Conny Kuhnert, Sandra Lüpkes, Sabina Naber, Manfred Schmidt, Susanne Schubarsky und Barbara Wendelken plus Begleitungen sowie Hinni (Utrooper :))) und Michael vom Neustädter Boßelverein - unsere Lehrmeister und Betreuer.


Der Wettkampf startet mit einem Schnaps - wahlweise Lemon oder Küstennebel (im Bild Regine Kölpin, Susanne Schubarsky und Sandra Lüpkes). Und natürlich hat man seinen eigenen winzigkleinen Schnapskrug an einem Band um den Hals baumeln ...


Dann geht es in vier Gruppen (jeweils zwei spielen gegeneinander) die Landstraße entlang. Ziel des Spiels ist, eine 5 Kg schwere Kugel möglichst weit zu schießen/rollen, wobei man das Gefälle der Straße und Unebenheiten mitberechnen sowie natürlich Zilesicherheit (wie beim Bowling) besitzen sollte.


Der große Feind des Boßlers sind die überall vorhandenen Entwässerungsgräben (Schloot genannt), die die Kugeln magisch anziehen :))) - im Bild holt unser Betreuer Michael gerade wieder so eine Kugel aus dem Schloot.


Susanne Schubarsky in Aktion.


S. N. in Aktion.


Natürlich muss auch eine Pause sein - mit Kaffee und Tee, Kuchen, Bier, Schnaps, Grog und Wurstsemmeln. Wie man am pulkartigen Zusammenrotten im Buswartehäuschen erkennt, war es nicht sonderlich warm ...


Teich bei Bauernhof.


Sandra Lüpkes trägt übrigens ihre Lieblingstasche - die eines der Willkommensgeschenke bei der Criminale in Wien 2008 war, was mich natürlich sehr freut.


Am Ende des Spiels herrscht absolutes Wohlbefinden - die Sonne lässt sich endlich kurz einmal sehen und wir spielen alle unentschieden :)).


Nach dem Besuch einer historischen Windmühle ...


... und einem wunderschönen Sonnenuntergang ...


... steht der zweite, ebenso wichtige Teil eines Boßeltages auf dem Programm: das Grünkohlessen. Das besteht neben besagtem Grünkohl ...


... aus einer Schlachtplatte und Pinkel (das ist ein extrem gute friesische Wurst).


Und das ist der Start eines sehr langen Abends im "Neustädter Stübchen".


Jürgen Kehrer und Sandra Lüpkes.


Susanne Schubarsky und Christiane Franke.


Regine Kölpin, die Gerdes und die Wendelkens.


Am nächsten Morgen geht es bei Schneelage (ein "0h" für Friesland :))) ...


... nach Hamburg zurück (im Bild nicht nur der berühmte "Michel", das Wahrzeichen, sondern auch ein Kleber mit Warnung vor Videokamera am U-Bahn-Fenster und eine Videokamera selbst außerhalb der U-Bahn) ...


... wo ich meine fünfstündige Wartezeit auf den Flieger im Speichserstadt- und Hadengelände verbringe.


Denn Bärbel Dahms vom Speicherstadtmuseum, wo ich schon ein paar Mal gelesen habe, lädt mich in ihrer Funktion als "kultours"-Chefin auf eine Hafenrundfahrt ein.


Nachdem ich ausgiebig die unfassbar großen Container-Schiffe bewundert ...


... und auch die Auswirkungen der neuen Tide in der Speicherstadt begutachtet habe (Erklärung: Die Elbe wird gerade ausgebaggert, damit Schiffe mit größerem Tiefgang sie befahren können, worauf die Tide - Unterschied zwischen Ebbe und Flut - nicht mehr zwei, sondern vier Meter beträgt und die Speicherstadt viel öfters nicht mehr befahrbar ist) ...


... geht es heimwärts nach Wien. Der - halboffizielle - Auftakt der (Lese)Reisesaison 2009 war wirklich gelungen!
 
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